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Namen & Wappen

Wo kommt der Name Woldert oder  Hilgert her, wann wurden die Ortsgemeinden das erste mal in der Geschichte erwähnt ?

&   was bedeutet das Wappen ?


 Zur Geschichte der Gemeinde Woldert & Hilgert im Kreis Neuwied

Zur Gemeinde Woldert gehören die Dörfer Woldert und Hilgert. Beide Orte    gehören zu den sogenannten "Rodungsorten". Woldert hieß früher (1324) Nyderwoltroyde und ab 1478 Wolterote, dann noch später Wolderode und endlich "Woldert". Hilgert nannte man früher Hilgerode.

Die Rodungsorte wurden gegründet, als im 9. bis 12. Jahrhundert systematisch und im großen Ausmaß daran ging Wälder zu roden um neue Wohnplätze und neues Ackerland zu gewinnen. 

Die Gemeinde Woldert gehörte früher, vor 1815 zur Grafschaft Wied. Danach kam diese Gemeinde zur Bürgermeisterei Niederwambach (Steimel), somit zu den damals neu gebildeten Kreis Neuwied und zur preußischen Rheinprovinz. Am 01.04.1937 wurde die Bürgermeisterei Niederwambach ( Steimel) mit der Bürgermeisterei Puderbach vereinigt. Seitdem gehört Woldert zur Verbands- gemeinde (früher Amt) Puderbach.

Während der Zugehörigkeit zur Grafschaft Wied besaßen (1478) die Walpoden (Ritter) von Reichenstein in Woldert (damals noch Wolderoth genannt) acht und Hilgert (Hilgerode) sechs Häuser (Hausgeseß). 1615 befanden sich in Woldert acht Häuser und 22 Pferde. Zu dieser Zeit waren in Hilgert vier Häuser und 8 Pferde. Nach einer Aufzeichnung des Schulteisen für das Kirchspiel Puderbach Johann P.Jung in Woleroth (Woldert) vom 07.02.1761 waren damals in Woldert 4 Pferde, 18 Ochsen, 45 Kühe, 30 Rinder, 253 Schafe und 40 Schweine. Anzunehmen ist, daß in diesen Zahlen wahrscheinlich die Bestände von Hilgert eingeschlossen wurden, da Hilgert nicht besonders erwähnt wird.

Im Jahre 1852 baute man in Woldert zum ersten male eine Schule. 1911 wurde dann eine neue Schule gebaut. 1892 erhielt die Gemeinde Woldert eine Wasserleitung. Dabei gab es 57 Hausanschlüsse und die Baukosten betrugen 11.400,00 Mark. Im Jahre 1907 wurde Woldert an das Fernsprechnetz angeschlossen. Auch sei noch bemerkt, daß früher von Woldert nach Quarzit gegraben wurde.

Nun noch etwas über Löhne und Preise in früheren Zeiten. Im Jahre 1881 kostete ein Zentner Roggen 10,00 Mark, ein Zentner Hafer 8,00 Mark und ein Zentner Kartoffeln 1,30 Mark. Für einen Zentner Heu zahlte man damals 3.00 Mark, für einen Zentner Kornstroh 2,50 Mark und für einen Zentner Haferstroh 2,00 Mark.

In diesem Jahre (1881) gab es für Vieh folgende Preise:

 

        im Frühjahr:        später:
Ein Paar vierjährige Ochsen kosteten 600,00 Mark  420,00 Mark 
Ein Paar dreijährige Ochsen kosteten 480,00 Mark 360,00 Mark 
Eine frischmelkende Kuh   210,00 Mark  140,00 Mark
Eine andere Kuh 144,00 Mark  105,00 Mark 
Ein einjähriges Rind   70,00 Mark  45,00 Mark

Schwarzbrot von 7 Pfund (3,5 Kg) kostete damals 55 Pfennige. Ein Weißbrot von 3 Pfund (1,5 Kg) 42 Pfennige. Zu dieser Zeit erhielt ein Tagelöhner für einen Arbeitstag (10 Arbeitsstunden) 1,20 Mark. Eine Frau bekam als Tagelohn zu dieser Zeit pro Tag 1,00 Mark.

Zu den ehemaligen Mühlen in der Gemeinde Woldert ist zu sagen, daß die Mühle zu Hilgert schon im 17. Jahrhundert bestand. Diese Mühle war damals eine gräfisch-wiedische Bannmühle. Zum Mühlenbann dieser Mühle gehörten die Dörfer Woldert, Weroth, Dendert, und Hilgert. Die Bewohner dieser Dörfer waren verpflichtet ihre Feldfrüchte nur in dieser Mühle zu Hilgert mahlen zu lassen. Am 08.Mai 1671 wurde die Mühle in Hilgert an einen Claus Mahlert aus Hilgert verpachtet. Nach einem Pachtvertrag vom 15.07.1690 mußte der Pächter jährlich als Pachtgeld 110,00 Reichstaler an die gräfisch-wiedische Verwaltung entrichten. Am 18.11.1806 pachtet diese Mühle ein Johann-Adam Altgelt. Er musste als Pachtgeld jährlich 451,00 Gulden in gutem Gold- oder Silbersorten zahlen. Als dann nach der "allgemeinen Gewerbeordnung" vom 17.01.1845 durch den Oberpräsidenten der Rheinprovinz der Mühlenbann aufgehoben wurde, verkaufte der Fürst zu Wied die Mühle zu Hilgert am 30.06.1849 an Christian Müller für 1505,00 Taler, zahlbar in 10 Jahren ab dem 01.01.1850. Jährliche Rate 150,00 Taler und 158,00 Silbergroschen. Der Kaufvertrag wurde in Brechhofen bei Schulteis Muscheid abgeschlossen.

Zu dieser Zeit bestand in Woldert und wahrscheinlich auch in Dendert noch keine Mühle. Die Mühle in Hilgert war bis zum 13.11.1950 in Betrieb. Die Mühle zu Woldert wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut und wurde bis zum 31.12.1952 betrieben

Quellen:

"Geschichte der Bürgermeisterei Niederwambach 1913"

Heimatkalender für den Kreis Neuwied Jahrgang 1955.

Chronik der Bürgermeisterei Puderbach.

Fürstlich-Wiedisches Archiv zu Neuwied Schrank 56 Gefach 5.

 


  Das Wappen von Woldert, Kreis Neuwied
I . Wappenbeschreibung

Wappen durch eingeschweifte silberne Spitze, darin ein rotes Mühlrad mit acht Speichen und acht Schaufeln, gespalten, vorne in Silber vier rote Schrägbalken, belegt mit einem stehenden blauen Pfau nach links, hinten in Rot zwei silberne Ähren.

II . Wappenbegründung

Die Farben des Wappens, rot und silber, (die Farben der Grafen von Wied, jüngere Linie - Wied-Isenburg-Braunsburg ) und der Pfau im Wappen weisen darauf hin, daß die Gemeinde Woldert (bestehend aus den Dörfern Woldert und Hilgert) früher zur Grafschaft bzw. zum Fürstentum Wied gehörte. Die beiden Ähren im linken Feld zeigen an, daß in der Gemeinde Woldert die Landwirtschaft, die früher in den beiden Orten der Gemeinde als Erwerbszweig dominierte, auch heute noch ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor der Bewohner dieser Gemeinde ist. Das untenstehende Mühlrad deutet an, daß sich in den beiden Dörfern der Gemeinde Woldert früher Mühlen befanden. 

 


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